Mehr Effizienz in der Verkehrssicherheitsarbeit

Sep 2016

Unter Beteiligung von DEKRA und 16 weiteren Partnern werden im Rahmen des EU-Projekts „SafetyCube“ unterschiedlichste Verkehrssicherheitsmaßnahmen unter anderem hinsichtlich Kosten und Nutzen erstmals europaweit systematisch vergleichbar gemacht.

Die EU verfolgt nach wie vor das ehrgeizige strategische Ziel, die Zahl der Verkehrstoten auf Europas Straßen bis zum Jahr 2020 um die Hälfte gegenüber dem Jahr 2010 zu verringern. Dieses Ziel erscheint ambitionierter denn je. Denn 2015 kamen in der EU erstmals seit 2001 wieder mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben als im Vorjahr (2015: 26.000; 2014: 25.900). Schon in den Vorjahren ging die Zahl der Verkehrstoten, gemessen am Ziel, zu langsam zurück. Umso mehr müssen deshalb alle EU-Mitgliedstaaten ihre Verkehrssicherheitsmaßnahmen intensivieren. Also zum Beispiel die Infrastruktur und die Fahrzeugsicherheit verbessern, das Augenmerk verstärkt auf Sensibilisierung und Schulung richten sowie die Durchsetzung der Verkehrsvorschriften sicherstellen.

Die EU hat zu diesem Zweck bereits zahlreiche Projekte und Initiativen ins Leben gerufen. Eines davon ist das im Rahmen von „Horizont 2020“ („Mobility for Growth“) finanzierte und in einem Konsortium von 17 europäischen Partnern noch bis 2018 laufende Forschungsprojekt „SafetyCube“. Zu diesen Partnern zählen neben DEKRA unter anderem das Verkehrssicherheitsforschungszentrum der Universität Loughborough (Großbritannien), das Belgische Verkehrssicherheitsinstitut, das SWOV Institut für Verkehrssicherheitsforschung (Niederlande), das Kuratorium für Verkehrssicherheit (Österreich), das Institut für Verkehrswissenschaft (Norwegen), das SAFER Fahrzeug- und Verkehrssicherheitszentrum (Schweden), das Französische Wissenschafts- und Technologie-Institut für Verkehrsplanung IFSTTAR, das Zentrum für Verkehr und Logistik der Universität Rom (Italien) und die Medizinische Hochschule Hannover.

„SafetyCube“ hat zum Ziel, die Auswahl und Umsetzung von Strategien und Maßnahmen in den Bereichen Mensch, Infrastruktur und Fahrzeugtechnik gezielt zu fördern, um so die Zahl der Unfälle in Europa und weltweit zu reduzieren. Das Projekt beinhaltet umfassende Analysen von Unfallrisiken und wird Leitlinien für die Registrierung und Weiterverfolgung schwerer Verkehrsunfälle bereitstellen. Außerdem sollen mit Hilfe der Analysen Verkehrssicherheitsmaßnahmen hinsichtlich ihres Beitrags zur Sicherheit beurteilt, die sozioökonomischen Folgekosten von Unfällen mit Schwerverletzten berechnet und Kosten-Nutzen-Analysen durchgeführt werden.

Als zentrales Ergebnis wird ein Tool (Decision Support System) entstehen, das Entscheidungsträger bei der Auswahl der effizientesten Maßnahmen für die dringlichsten Verkehrssicherheitsprobleme unterstützen soll. Im Fokus stehen dabei insbesondere die „Vulnerable Road User“ – also Fußgänger, Radfahrer, Senioren, Kinder und Personen mit reduzierter Mobilität. Nicht ohne Grund. Denn diese Gruppe steht EU-weit nach wie vor für über 50 Prozent der Getöteten im Straßenverkehr.

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