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Lebenslange sichere Mobilität darf keine Utopie sein

Mai 2021

News & Aktionen

Hand in Hand

Die Zahlen sollten zu denken geben: In der Europäischen Union (EU) entfielen laut der aktuellsten Statistik der EU- Kommission knapp 30 Prozent aller Verkehrstoten auf die Altersgruppe 65+. Dabei machten Senioren nahezu die Hälfte aller bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgänger und Radfahrer aus. Damit sticht die Gruppe der ungeschützten Verkehrsteilnehmer bei den Senioren besonders hervor. Ein wesentlicher Faktor ist hierbei die höhere Vulnerabilität mit zunehmendem Alter – also das höhere Risiko, bei identischen Unfallbelastungen schwerere oder tödliche Verletzungen zu erleiden, als jüngere Menschen es haben.

Auch wenn es zwischen einzelnen Mitgliedstaaten der EU Unterschiede gibt: Grundsätzlich haben ältere Verkehrsteilnehmer auf den Straßen ein erhöhtes Unfallrisiko. Dies gilt nicht nur für die EU, sondern auch für weite Teile dieser Welt. Es besteht also dringender Handlungsbedarf, zumal der Anteil der Senioren unter allen Verkehrsteilnehmern angesichts der demografischen Entwicklung weiter zunehmen wird.

Ansatzpunkte gibt es zur Genüge, wie der vorliegende Report an vielen Beispielen aufzeigt. Und das insbesondere im Themenfeld Mensch, aber auch in Sachen Infrastruktur und im Bereich der Fahrzeugtechnik. In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns unter anderem auch mit der Frage, inwieweit die Ausstattung von Fahrzeugen mit Assistenz-, Informations- und Komfortsystemen die Verkehrssicherheit der Altersgruppe 65+ erhöhen kann. Klare Antwort: Dieses Potenzial ist sehr hoch. Hightech im Fahrzeug kann dabei helfen, altersbedingte Defizite oder Fehlverhalten in einem gewissen Rahmen zu kompensieren, und schafft so ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit.

Deshalb ist es umso begrüßenswerter, dass die von der EUKommission im März 2019 verabschiedete General Safety Regulation ab 2022 in mehreren Phasen verschiedene sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme für neue Kraftfahrzeuge auf Europas Straßen verbindlich vorschreibt. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass bis zu einer hohen Marktdurchdringung viele Jahre vergehen, im Bestand also immer noch viele Fahrzeuge ohne oder mit nur wenigen Assistenzsystemen unterwegs sind.

Jann Fehlauer
Jann Fehlauer, Geschäftsführer der DEKRA Automobil GmbH

Doch stehen Senioren solchen Systemen überhaupt aufgeschlossen gegenüber? Um hierzu ein Stimmungsbild zu bekommen, hat das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen forsa im Auftrag von DEKRA eine repräsentative Befragung unter rund 2.000 zufällig ausgewählten deutschen Autofahrern in allen Altersklassen durchgeführt. Zwei von vielen aufschlussreichen Ergebnissen dieser Befragung: Dass es Assistenzsysteme zur Unterstützung des Fahrers gibt, finden circa drei Viertel aller befragten Frauen und Männer ab 65 Jahren sehr gut oder gut. Der Großteil dieser Altersgruppe verfügt dabei über Fahrzeuge, in denen einzelne Assistenzsysteme verbaut sind.

Welche Maßnahme auch immer ergriffen wird, um die Zahl der bei Verkehrsunfällen schwer oder tödlich verletzten Senioren zu senken: Entscheidend kommt es darauf an, dass primär bei den komplexen Verkehrssituationen angesetzt wird. Gleichzeitig sind alle Akteure aufgefordert, hierzu ihren Beitrag zu leisten. DEKRA engagiert sich in diesem Punkt bereits seit vielen Jahren auf vielfältige Weise. Den seit 2008 jährlich erscheinenden DEKRA Verkehrssicherheitsreport sehen wir ebenfalls als Beitrag dazu, für eine noch sicherere Mobilität auf den Straßen zu sorgen. Auch mit dem neuesten Report will DEKRA wieder Denkanstöße liefern und Ratgeber sein für Politik, Verkehrs- und Infrastrukturexperten, Hersteller, wissenschaftliche Institutionen sowie Verbände und alle Verkehrsteilnehmer.

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