Kind schätzt Gefahrensituation falsch ein

Mai 2019

Unfallbeispiele

Altersbedingte Fehler

Unfallhergang:
Drei Kinder überquerten mit ihren Fahrrädern eine von Bäumen begrenzte Kreisstraße, um auf den auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Radweg zu gelangen. Ein weiterer fünfjähriger Junge wollte ebenfalls die Fahrbahn überqueren. Der Junge erkannte den von rechts kommenden Pkw bei Erreichen von dessen Fahrstreifen. Er versuchte, das Fahrrad zurückzuschieben, wobei sich der Lenker verdrehte. Es kam zur Kollision mit dem Pkw.

Unfallbeteiligte:
Pkw-Fahrer und ein sein Fahrrad schiebender Junge Unfallfolgen/Verletzungen: Das Kind erlitt durch den Unfall schwere Verletzungen und verstarb später im Krankenhaus.

Ursache/Problem:
Die Unfallstelle befand sich in einem alleenartigen Bereich. Aufgrund des dichten und geschlossenen Baumkronendaches kam es zu einem Wechsel von Licht und Schatten. Dadurch wurde die Sicht des Pkw-Fahrers stark beeinträchtigt. Kontrastarm gekleidete Personen sind unter diesen Bedingungen nur schlecht zu erkennen. Das Kind erkannte zwar die Gefahr des herannahenden Pkws, traf aber aufgrund seines Alters die falsche Entscheidung: Anstatt die kurze Strecke zum rechten Straßenrand zurückzulegen, drehte es um. In der Hektik verdrehte sich der Fahrradlenker, das verzögerte den Fluchtreflex noch mehr.

Vermeidungsmöglichkeiten, Unfallfolgenminderung/ Ansatz für Verkehrssicherheitsmaßnahmen:
Aufgrund der schwierigen Hell-Dunkel-Sichtgrenzen war der Unfall für den Pkw-Fahrer nicht vermeidbar. Ein nicht auf Video basierender Notbrems- Assistent mit Fußgänger- beziehungsweise Radfahrererkennung hätte diesen Unfall wahrscheinlich verhindern können.

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