Eine neue Art von Crashtest-Dummy
Author: DEKRA Unternehmenskommunikation
23. Feb. 2026Sicherheit im Verkehr / Mobility Stories / News & AktionenBei Crashtests werden seit langem Dummys eingesetzt, die einen Mann, eine Frau und ein Kind darstellen, um Fahrzeuge für Menschen sicherer zu machen. In den letzten Jahren ist zu diesen drei Modellen ein weiterer Dummy-Typ hinzugekommen, der bei der Analyse des Aufpralls ungeschützte Personen repräsentiert.
„Dieser Dummy wurde entwickelt, um bei Crashtests die Rolle ungeschützter Verkehrsteilnehmer zu übernehmen und bei der Kollision Fahrzeugschäden zu verursachen, die mit den bei echten Unfällen entstandenen Schäden vergleichbar sind“, erklärt Andreas Schäuble von DEKRA Unfallforschung. Die bei Crashtests mit Personenkraftwagen verwendeten Dummys sind für diesen Zweck nicht ausgelegt:
Sie sind relativ starr und verursachen bei einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug eine wesentlich stärkere Verformung als ein echter Mensch.
Andreas Schäuble, DEKRA-Unfallforschung
Die neue Testpuppe kann die Abläufe und Verletzungen, die bei einem echten Unfall mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern auftreten, wesentlich besser nachbilden. Sie wird als „biofideles“ Modell bezeichnet, was bedeutet, dass sie dem menschlichen Körper so genau wie möglich nachempfunden ist. Nach Angaben des Herstellers weisen die Knochen des Skeletts der Testpuppe eine mit menschlichen Knochen vergleichbare Bruchfestigkeit auf. Das künstliche Gewebe hat wie beim Menschen pseudoelastische Eigenschaften – es verformt sich unter Druck, bevor es wieder seine ursprüngliche Form annimmt.
Für die Experten und Unfallforscher von DEKRA eröffnet der biofidelische Dummy neue Möglichkeiten bei der Simulation und Untersuchung von Unfällen mit Fußgängern und Radfahrern. Neben den am Fahrzeug verursachten Schäden lassen sich anhand der „Verletzungen“, die der Testdummy bei einem Crashtest erleidet, auch die Verletzungsmechanismen analysieren, d. h. die Art und Weise, wie Verletzungen entstehen. Daraus lassen sich wiederum Rückschlüsse auf den Unfallhergang ziehen, beispielsweise darauf, wie und aus welcher Richtung die Person getroffen wurde.
„Biofidelische“ Testpuppen spielen bereits heute eine wichtige Rolle bei der Unfallanalyse und -forschung. Doch auch die Testpuppen selbst sind weiterhin Gegenstand der Forschung. So führt beispielsweise die DEKRA Unfallforschung Projekte durch, in denen untersucht wird, inwieweit verschiedene „Verletzungsmuster“ aussagekräftig sind, und in denen weitere zukünftige Anwendungsmöglichkeiten erforscht werden.