Ganzheitlicher Ansatz für Anbieter und Städte

Jan 2020

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Frau mit E-Scooter

Die aktuellen Sicherheitsstandards und die Regeln für die Nutzung neuer Mobilitätsangebote unterscheiden sich nicht nur von Land zu Land, sondern oftmals sogar von Stadt zu Stadt. Dabei spielt die Regulierung für die Sicherheit der Angebote eine mitentscheidende Rolle. Während die Mikro-Mobilität von vielen als Baustein zukunftsweisender Mobilitätskonzepte angesehen wird, bedeuten die neuen Fahrzeuge in schon bisher komplexen Verkehrssituationen auch neue Risiken.

Der ganzheitlich angelegte DEKRA Micro Mobility Standard betrachtet die zu prüfenden Mobilitätsangebote aus allen wichtigen Blickwinkeln. Hauptzielgruppen für die gebündelten Expertendienstleistungen sind zum einen Anbieter im Bereich „Mobility as a Service“ wie etwa Verleiher von E-Scootern, zum anderen Städte, in deren Verkehrsraum entsprechende Verleihsysteme angeboten werden.

Entwickelt wurde der DEKRA Micro Mobility Standard mit einer Vielzahl von internationalen DEKRA Experten unter anderem aus den Bereichen Fahrzeugsicherheit, Homologation, Produktprüfung und Konnektivität. Koordiniert wurde die Entwicklung von der DEKRA Digital GmbH. Die 2018 gegründete Tochter pflegt enge Kontakte zu vielen Startups, darunter auch eine Reihe von Micro Mobility-Anbietern. Wichtiger Partner in der Entwicklung des Standards war der Anbieter Circ, der aktuell in 40 Städten der Welt E-Scooter verleiht.

Die DEKRA Experten nehmen dabei folgende acht Bereiche – teilweise abhängig von örtlichen gesetzlichen Vorgaben – detailliert unter die Lupe:

  • 1. Technisches Design der Fahrzeuge: Rahmen und Räder, Bremsen, Beleuchtung, Fahrdynamik, elektrische Sicherheit, Batteriesicherheit, Schadstoffe, elektromagnetische Verträglichkeit, funktionale Sicherheit, Drahtlosverbindungen.

  • 2. Produktion, Transport und Montage der Fahrzeuge: Qualitätsmanagement, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Umweltschutz.

  • 3. Behörden, Versicherung und Infrastruktur: Versicherungsschutz, ausgewiesene bzw. erlaubte Abstellplätze, Geo-Fencing zum Beispiel zum Ausschluss von Fahrten in Fußgängerzonen, Altersgrenze für Nutzer.

  • 4. IT-Sicherheit und Datenschutz: Datensicherheit, Netzwerksicherheit, Datenschutz.

  • 5. Training und Nutzerverhalten: Schulung der Nutzer in der App beziehungsweise online, Empfehlungen für Schutzausrüstung (Helm), Information über geltende Straßenverkehrsregeln, verantwortungsbewusstes Marketing.

  • 6. Verwendung und Einsatz der Fahrzeuge: Bereitstellung der Fahrzeuge, Einbindung in Nahverkehrsangebote, Unfallmeldung und -untersuchung, Umweltstandards.

  • 7. Wartung und Lagerhaltung: Wartungsintervalle an Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur, Schadenmeldung und Reparatur, Feedback für die Fahrzeugentwicklung, Mitarbeiterschulung, Arbeitsschutz, Brandschutz.

  • 8. Recycling: Lebenszyklus, Wiederverwertung von Materialien, Wiederverwendung von Teilen.

Zum ersten Mal wurde der DEKRA Micro Mobility Standard beim 6. Safer City Streets Network Treffen vom International Transport Forum und POLIS in Lissabon im Oktober 2019 öffentlich thematisiert. POLIS ist ein Städte- und Regionen-Netzwerk in Europa. „Die Resonanz der Städte-Vertreter auf unseren Ansatz war sehr positiv“, berichtet Dr. Kerim Galal, Geschäftsführer der DEKRA Digital GmbH. „Das Interesse hat uns bestätigt, wie wichtig das Thema ist und dass DEKRA der richtige Partner für sichere Micro Mobility ist.“

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