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Telematik liefert wertvolle Hinweise zum Fahrverhalten junger Verkehrsteilnehmer

Mai 2022

Unfallgeschehen

Riskantes Fahrverhalten nach Altersgruppen

Zahlreiche Kfz-Versicherer bieten ihren Kundinnen und Kunden schon seit ein paar Jahren auch sogenannte Telematiktarife an. Mithilfe der Telematik, die Telekommunikation und Informatik miteinander verbindet, werden Daten über das Fahrverhalten erfasst, auf deren Basis dem Fahrer Rückmeldung zu seinem Fahrverhalten gegeben und bei vorausschauender Fahrweise ein Nachlass auf den KfzVersicherungsbeitrag gewährt wird. Zu diesem Zweck sammelt zum Beispiel beim Tarif „Telematik Plus“ der HUK-Coburg ein im Fahrzeug eingerichteter Sensor in Verbindung mit der Smartphone-App „Mein Auto“ Informationen etwa zu Beschleunigung, Bremsverhalten, Geschwindigkeit und Kurvenfahrverhalten.

Für den DEKRA Verkehrssicherheitsreport hat die HUK-Coburg die anonymisierten Fahrdaten von knapp 170.000 Fahrzeugen aus dem Jahr 2020 analysiert und einen Vergleich zwischen jungen und erfahrenen Fahrern vorgenommen. In die Kategorie „junge Fahrer“ fielen dabei Versicherungsnehmer bis zum Alter von maximal 25 Jahren. In die Vergleichskategorie „erfahrene Fahrer“ fielen Versicherungsnehmer zwischen 35 und 65 Jahren, bei denen kein weiterer Fahrer unter 25 Jahren auf den Vertrag eingetragen war. Bei der Analyse des Fahrzeugbestands zeigte sich zunächst einmal, dass die jungen Fahrer mit älteren Autos unterwegs waren als die erfahrenen Fahrer (im Durchschnitt 9,6 Jahre zu 6,6 Jahren) und weniger stark motorisierte Autos fuhren (im Durchschnitt 80 kW zu 100 kW). Die jährliche Fahrzeit lag in beiden Gruppen bei etwas mehr als 200 Stunden. Junge Fahrer waren abends oftmals länger unterwegs als die Vergleichsgruppe, insbesondere nachts fuhren junge Fahrer deutlich häufiger.

Was die Unfallhäufigkeit anbelangt, zeigten die jungen Fahrer in allen Schadensursachengruppen deutlich höhere Quoten als die erfahrenen Fahrer. Im Durchschnitt verursachten junge Fahrer zwischen rund 60 und 160 Prozent mehr Unfälle pro gefahrenen Kilometer als die erfahrenen Fahrer. Die größten Unterschiede ergaben sich bei dynamischen Schadensursachen wie überhöhter Geschwindigkeit in Kurven oder allgemein zu hoher Geschwindigkeit sowie bei Wildunfällen. Insbesondere in Sachen Geschwindigkeit und Kurvenfahrten sowie bei Bremsvorgängen zeigten junge Fahrer außerdem sehr viel häufiger ein riskantes Verhalten als erfahrene Fahrer. Das Plus lag dabei in einer Bandbreite von 30 bis 400 Prozent.

Geschwindigkeiten auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbeschränkung

Damit nicht genug: Unterteilt man die einzelnen Kategorien nach der Schwere (zum Beispiel leichte, mittlere oder schwere Geschwindigkeitsüberschreitungen), so zeigten die jungen Fahrer das Fahrverhalten umso häufiger, je riskanter die Fahrweise war. Darüber hinaus nutzten junge Fahrer ihr Smartphone während der Fahrt annähernd dreimal so häufig wie erfahrene Fahrer. Analysiert wurde mithilfe der Telematik auch das Geschwindigkeitsprofil auf Autobahnen ohne Tempolimit. Danach fuhren junge Fahrer etwas schneller als die Referenzgruppe der erfahrenen Fahrer. Diese Tendenz nahm mit steigender Geschwindigkeit zu.

Insgesamt untermauern die gewonnenen Erkenntnisse die offiziellen jährlichen Unfallzahlen des Statistischen Bundesamts und liefern zugleich wichtige Hinweise zu Optimierungspotenzialen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit speziell von Fahranfängern. Die auf Telematikdaten basierenden Analysen der HUK-Coburg zeigen jedoch auch, dass junge Fahrer, die einen vorausschauenden Fahrstil pflegen, ähnlich wenig oder sogar noch weniger Unfälle pro gefahrenen Kilometer aufweisen als der durchschnittliche erfahrene Fahrer.

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