LKW überollt Kind

Mai 2019

Unfallbeispiele

Sichtbehinderung

Unfallhergang:
Ein Lkw befuhr eine schmale, leicht abfallende Straße in Richtung einer kreuzenden Vorfahrtstraße. Im Einmündungsbereich wollte der Fahrer nach links einbiegen. Gleichzeitig näherte sich für den Lkw-Fahrer von links kommend ein Kind mit seinem Rad. Es befuhr den rechten Gehweg der Vorfahrtstraße. Während des Einbiegevorgangs kam es zur Kollision zwischen der linken Fahrzeugseite des Lkws und dem Kind. Der Lkw überrollte mit dem linken Rad der zweiten Achse den linken Unterschenkel und den Fuß des Kindes.

Unfallbeteiligte:
Fahrer eines Müllfahrzeugs und Kind auf Fahrrad

Unfallfolgen/Verletzungen:
Das Kind wurde schwer verletzt. Der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock.

Ursache/Problem:
Die Sicht auf den Gehweg, auf dem das Kind fuhr, war für den Lkw-Fahrer erst spät gegeben. Die Sicht in den Einmündungsbereich ist durch Bebauung und Bewuchs sowie den bogenförmigen Verlauf der Hauptstraße stark eingeschränkt. Zusätzlich wurde das Kind kurzzeitig durch die seitlichen Spiegel sowie die A-Säule des Lkws für den Fahrer verdeckt (toter Winkel). Die direkte und indirekte Sicht aus einem Lkw ist trotz umfangreicher Spiegelsysteme in viele Bereiche um den Lkw nicht gegeben. Auch das Kind konnte den Lkw wegen der Bebauung und des Bewuchses erst spät erkennen. Zusätzlich sind je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes die Fähigkeiten zur Vermeidung von Unfällen nur unvollständig ausgebildet. Dies führt dazu, dass Kinder in Gefahrensituationen häufig überfordert sind und diese falsch einschätzen.

Vermeidungsmöglichkeiten, Unfallfolgenminderung/ Ansatz für Verkehrssicherheitsmaßnahmen:
Der abgesenkte Bordstein visualisiert deutlich den Einmündungsbereich. Ein langsames Annähern wird so begünstigt. Um die Hauptstraße früher einsehen zu können, müsste der Bewuchs deutlich reduziert werden. Entwicklungsbedingt sind Kinder oft nicht in der Lage, in Gefahrensituationen die richtige Entscheidung zu treffen. Durch Verkehrserziehung und -aufklärung kann bei Kindern frühzeitig ein Sicherheitsbewusstsein geschaffen werden. Zusätzlich sind alle anderen Verkehrsteilnehmer für die besonderen Verhaltensweisen von Kindern im Straßenverkehr verstärkt zu sensibilisieren.

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