Sicherheitselektronik ist kein Ersatz für eine vorsichtige Fahrweise
Sind Kameras oder Sensoren verdeckt, kann dies die Funktion von Notbrems- oder Spurhalteassistent stark beeinträchtigen, erinnern die Experten von DEKRA. Aber auch Scheiben, Dach, Motorhaube, Kennzeichen und Beleuchtungseinrichtungen müssen komplett frei sein, nur ein Guckloch freilegen reicht nicht.
„Gute Sicht in alle Richtungen ist im Winter auf glatten Straßen noch wichtiger als sonst“, so Unfallexperte Luis Ancona. Bleibt Schnee auf dem Fahrzeug, wird es oft gegen die Frontscheibe geblasen und kann Fahrenden die Sicht nehmen. Größere Schneemengen oder Eisplatten, etwa auf Transportern, können beim Herabfallen nachfolgende Fahrzeuge behindern oder beschädigen. Schnee und Eis vor dem Start komplett beseitigen.
Außerdem im Winter zu beachten: Auf glatten Straßen sind Fahrassistenten wie ESP, Notbremsassistent oder ABS kein Ersatz für eine vorsichtige Fahrweise.
Wer zu schnell in eine Kurve fährt, wird auch mit bester Technik von der Fahrbahn rutschen
erinnert Andreas Schäuble, Sachverständiger bei DEKRA.
Die moderne Technik hat das Fahren zwar viel sicherer gemacht, ein Allheilmittel für alle Situationen ist sie aber nicht und kann nicht jeden Fahrfehler auffangen. „Es kommt darauf an, die Fahrweise den aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnissen anzupassen. Das heißt konkret: kein Risiko eingehen, genügend Abstand halten und vor allem das Tempo anpassen.“ Im Übrigen können die elektronischen Hilfen nur dann optimal arbeiten, wenn ein ausreichender Fahrbahnkontakt der Reifen gegeben ist. Daher ist wintertaugliche Bereifung mit Alpine-Symbol gemäß der situativen Winterreifenpflicht etwa in Deutschland unabdingbar.